Charakteristisch für diese Großes wollende, Großes suchende Zeit ist Bruno Möhring,
dessen Persönlichkeit unvergleichlich zu den Fürstenarchitekten des 18. Jahrhunderts
gepaßt haben würde. Traditionslos, wie unser Zeitalter, betätigt sich sein Sinn für
das Großartige in einer Steigerung der Instrumentation. Die Art der Möhringschen Architektur
spiegelt sich getreulich auch in seinen Gittern, deren glücklichste die Maßvollsten sind
(Berliner Archtekturwelt)
Wuppertal + Dortmund
Lebenslauf, Persönliches
11.12.1863 Koenigsberg, staatl. Gymnasium "Auf der Burg", Abitur,
1Jahr prakt. Arbeiten (Maurer/Bauunternehmer?),
Studium TH-Schule-Charlottenburg (5 Semester, ohne Abschluss)
1888-1890 Berlin Schlossbaubüro, (Umbau der Wohnung Wilhelm II im Schloss
Kontakte zur Brückenbauabteilung der Gutehoffnungshütte in (Oberhausen-Sterkrade)
und zum Berliner Bauunternehmung Richard Schneider (Fundamente /Widerlager)
1894 Wohnhaus Berlin Ernststr 5, Mitorganisator Kirchenbaukongress
1895 Bahnhofsumbau in Halle/Saale (lernt dort seine Frau kennen)
20.5.1896-17.12.98 Bonner Rheinbrücke, (im Krieg zerstört, heute nur noch Fundament,
2.850.000 Mark Kosten, 2 Brueckentore 2 Zollhaeuser
1896 Berliner Gewerbe-Ausstellung, (Treptower-Park) Weberhaus (Pavillon)
sowie Pavillon Int. Liquerhaus, elektr. Turmbahn
(60-70m hoher Aussichtsturm)
Buero-Mitarbeiter: Lewerentz (1885-1975), Bruno Taut, J. Martens Chefarchitekt
O. Rahlenbeck, P. Felde, A. Wellisch, H. Spitzner (Bueropartner ab 1913),
vielleicht Anton Huber (1873-1939) und sein Sohn Rudolf (s.u.)
1900 Berliner
Architekturausstellung (AEG-Haus mit sparsamem JS)
2.11.1901 Vereinigung Berliner Architekten (VBA), Architekten
Verein Berlin, Werkring, Deutscher Werkbund
Verein für dtsch Kunstgewerbe (1. Schriftführer)
1901 (Beleuchtung St. Paulikirche Brandenburg, 1945 zerstoert)
1919 Mitglied der Preussischen Akadamie d. Bauwesens
1926 Berlin, Bebauungsplan Gartenstadt (An der
Heerstraße), gesundheitliche Probleme
25(!).3.1929 Tod in Berlin
Villa Huesgen,Tr-Trarbach
Schaffensperioden:
Brückenbau und div. Ingenieursbauten: Bonner Rheinbrücke,Traben-Trarbacher Moselbrücke
Borsig-Steg(Berlin), Swinemünder Brücke (Berlin), Aakerfaehrburecke und viele Entwürfe )
Kontakte: Gutehoffnungshütte Oberhausen-Sterkrade+ Schneider (Berlin)
1902 Zeche Zollern (Dortmund
Boehringshausen, Grubenweg 5) (BILD)
(1896-1901) Mitarbeit bei der Wuppertaler
Schwebebahn (s.o)
und der Berliner Hoch-Bahn (s.o.)
Villenbau (1902-1910) :
Villen in Berlin (eigenes Haus, Villa Schicke + Schippert), Nürnberg (Schramm), Brandenburg (Lehmann),
1903-1910 Villen in Traben-Trarbach
Villen in Neu-Kaliss (Villa Bausch), Potsdam
(wenige typische Inneneinrichtungsgegenstaende: Stühle, Tische)
Mitorganisator bei diversen Ausstellungen
1900 Weltausstellung Paris, 1902 Turin, 1906 Berlin
1908 Kunstausstellung Petersburg, 1908 D Schiffsbauausstellung Berlin
1910 2. Industrieausstellung Berlin, 1910 Verkehrausstellung Buenos Aires
1910 2. Ton+Zementausstellung in Berlin, 1915 S Francisco Weltausst.
Staedtebaukunst, (ab 1910)
Städtebauliche Planungen in: Wedding, Weissensee, Neukölln, 1910 Gross-Berlin, 1912 Gross-Düsseldorf
Ideen: Laubenhaus, Ledigenhaus (Miniwohnungen), div Hochhaeuser>1920,
Turmhaueser an Kreuzungen , nur noch kleinere, unspektakulaere Bauten (~20er Jahre)
Baustil, Bauformen
hochgezogene
Dächer nach englischem Vorbild
wuchtige/festungsartige Bauten
Kombination von Glas, Eisen und Mauerwerk
Fledermausgauben
Broschendesgin zusammen mit Juwelier JH Werner ab 1900
Einbindung der Bauwerke ins Umfeld (siehe Brueckenbauten)
Mitherausgeber der Zeitschrift fuer Baukunst, MAlerei, Plastik + Kunstgewerbe
der Gegenwart (zusammen mit Haertung und Spindler)
1906 Zeitschrift "Der Städtebau"
1920 Zeitschrift Städtebaukunst
Eltern: Karl Theodor (1835-1918, Buchhalter) Maria Dorothea (1839-1921, geb Kretschmann)
Bruder: Dr. Carl Möhring
Ehefrau: (ab 1895) Anna geb Burghardt, 1866-1939
Kinder: Hans-Joachim (1903-1907)
Kinder: Bruno jr (-1918)
Kinder: Rudolf (1897-1945, Architekt, 1934 Umbau Astor-Kino am KU-Damm)